Was ist Pranayama? 2 Techniken leicht erklärt

Hast du den Begriff Pranayama schon einmal gehört oder gelesen? Du fragst dich, was ist Pranayama eigentlich genau? Willst du wissen, was sich dahinter verbirgt oder willst dein Wissen ein wenig vertiefen? Dann bist du hier genau richtig!

Was ist Pranayama eigentlich?

Wörtlich übersetzt bedeutet Pranayama so viel wie die „Beherrschung des Atems“. Es ist allerdings viel mehr als das. Wenn man sich mit dem Thema Meditation und Atmung auseinander setzt, läuft einem zwangsläufig der Begriff Pranayama über den Weg. Als Pranayama werden auch verschiedene Atemtechniken zusammen gefasst, insgesamt gibt es acht klassische Pranayama. Diese haben unterschiedliche Wirkungsweisen. Einige bewirken Klarheit, andere wirken anregend, wieder andere führen zur Ruhe und Erdung. Alle diese Übungen sollen dabei helfen, unseren Geist bzw. unsere Gedanken zu beruhigen.

„Yoga ist das Zur Ruhe kommen der Gedanken im Geist“ – Patanjali

Einige Pranayama sind sehr anspruchsvoll und erfordern ein hohes Maß an Übung und Erfahrung. Es gibt aber ebenfalls einfache Übungen, mit denen Anfänger direkt starten können. Zu dieser zählt etwa „Anuloma Viloma“, die Wechselatmung. Diese Übung sorgt für Ausgleich und Konzentration, beide Gehirnhälften werden wieder besser mit einander verknüpft. Zusätzlich öffnet diese Pranayama Übung die Nasengänge und kann sich positiv auf Asthma, Allergien und Heuschnupfen auswirken.

Wie führe ich Wechselatmung nun durch?

Als erstes suche ich mir eine bequeme Sitzhaltung, z.B. den Schneider- oder Fersensitz und schließe die Augen. Am besten nimmt man sich noch ein paar Augenblicke und konzentriert sich erst einmal auf die Atmung ohne irgendeine Technik. Wie lange, dass ist jedem selbst überlassen, so lange, bis man sich „gesammelt“ hat und konzentriert genug, um zu starten. Um mit der Wechselatmung zu beginnen, bilde ich mit der rechten Hand das sogenannte Vishnu Mudra. Einatmen durch beide Nasenlöcher, mit dem rechten Daumen das rechte Nasenloch locker verschließen und durch das linke Nasenloch ausatmen. Durch das linke Nasenloch wieder einatmen beide Nasenlöcher verschließen und die Luft kurz halten. Das rechte Nasenloch öffnen und ausatmen. Durch das rechte Nasenloch wieder einatmen und wieder beide Löcher verschließen und die Luft kurz halten. Zu Beginn kann man mit z.B. 10 Wechseln starten und versuchen das Ein-und Ausatmen sowie das Lufthalten gleich lang auszuführen, zähle hierzu z.B. immer im Geist bis vier. Ziel ist es, die Ausatmung zu verlängern und auch die Atempausen immer länger halten zu können. Beachte bitte, dass es viele Pranayama Varianten und Empfehlungen gibt, wie man am besten startet und wie lange Ein-Aus-und Atempausen sein sollen. Probiere dich hier einfach aus, und mach das, was sich für dich am besten anfühlt.
Je öfter du übst, umso leichter wird es dir fallen und du wirst länger in dieser Übung bleiben können.

In meiner Videothek habe ich auch ein Video zum Thema Wechselatmung. Hier habe ich für dich einen kleinen Trailer zusammengeschnitten, damit du einen Einblick in das Video erhältst:

Was ist Pranayama – oder wie ich meine Atmung kontrolliere

Bis jetzt kennst du die Wechselatmung. Die zweite Atemtechnik, die ich vorstellen möchte nennt sich „Kapalabhati“ und bedeutet übersetzt „leuchtender Schädel“. Wenn du die Atemtechnik ausprobiert hast, wirst du sehen, warum die Übung so heißt 😉
Nach dieser Übung wirst du dich wach und frisch fühlen und wieder einen „klaren Kopf“ haben.

Kapalabhati – leuchtender Schädel

Bevor du startest, gibt es einige Vorsichtsmaßnahmen und Hinweise. Da die Übung eine aufweckende und erfrischende Wirkung erzielt, würde ich nicht empfehlen diese am Abend vor dem Schlafen gehen zu praktizieren. Des weiteren zählt „Kapalabhati“ durchaus zu den anspruchsvolleren Pranayama. Sollte es auf Anhieb noch nicht klappen, ist das nicht ungewöhnlich, nur keinen Stress. Es kann auch sein, dass du Seitenstiche bekommst oder nur ein paar Atemzüge schaffst, auch das ist am Anfang nicht ungewöhnlich.
Wenn du schwanger bist oder frisch im Bauchbereich operiert worden bist, zu Schwindel oder Hyperventilieren neigst, solltest du auf diese Übung verzichten.

Gestartet wird wie bei der Wechselatmung, in einer bequemen Sitzhaltung. Einige Atemzüge Zeit lassen, bevor gestartet wird. Dann tief durch die Nase einatmen und die Ausatmung nun durch das ruckartige Einziehen des Bauches „herausstoßen“, so dass ein Schnaufen durch die Nase entsteht. Die Einatmung kommt dann ganz automatisch und das Ausatmen wieder durch den Bauch. Finde einen relativ zügigen Rhythmus und versuche zu Beginn 30 Atemzüge zu praktizieren. Später kann auf bis zu 120 Atemzüge erhöht werden mit mehreren Runden. Nach dem letzten Ausatmen wieder „normal“ einatmen, ausatmen und die Luft kurz halten, bis der Impuls zur Einatmung kommt. Anschließend gerne zum Liegen kommen und das Leuchten des Schädels genießen 😉

Es kann sein, dass dir flimmerig wird oder du orange/gelbe Töne vor deinem inneren Auge siehst, das ist ganz normal. Wenn du deine Atemübungen regelmäßig praktizierst, wirst du recht schnell die positiven Auswirkungen spüren. Bei mir war es so, dass ich im Alltag plötzlich mehr auf meine Atmung geachtet habe. Wie atme ich überhaupt? Mehr in den Bauch oder nur flach bis zur Brust? Schnell, langsam, gleichmäßig, ungleichmäßig…? Vorher habe ich mich überhaupt nicht mit meiner Atmung auseinander gesetzt. Du wirst erstaunt sein, was dir auf einmal alles auffällt.

Was ist Pranayama: Fazit

Ich hoffe, dass ich dir einige nützliche Infos über die Yoga Atmung geben konnte und du nun eine Antwort auf die Frage kennst: Was ist Pranayama? Viel Spaß beim Ausprobieren und Üben.

 

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